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044 Mongolei - Mongolia

Mongolei

(23. – 30. Juli 2017)

(geschrieben von Flinke Feder am 4. Oktober 2017 redigiert vom grün gefiederten Papageienvogel mit drei Buchstaben; dem Ara)

(Die Red.) Eine Kurzreise ohne das Solatrike ermöglichte unseren Protagonisten einen kleinen Einblick in das grosse Land der Mongolei zu erhaschen. Dieser Artikel dreht sich um Ulaan Bator und einen Ausflug zum sagenumwobenen Karakorum. Viel Spass wünscht die Redaktion des Reise-magazins „Leise Reisen„.

Flinke Feder (FF): War der Abstecher eigentlich gezwungener massen, weil das China Visum auslief?

Mongolia

(July 23. – 30. 2017)

(Written by Power Pen on October 4, 2017 edited of the Green-feathered Parrot bird Macaw)

(Editorial) A short trip without the Solatrike allowed our prota-gonists to catch a glimpse of the big country of Mongolia. This article revolves around Ulaan Bator and a trip to the legendary Karakoram. The editorial team of the travel magazine „Gravel travel“ wishes you a lot of fun.

Power Pen (PP): Was the tour to Mongolia actually forced, because the China visa expired?


David Brandenberger (DB): So gesehen schon, doch ich hatte ihn auch eingeplant.

FF: Was hättest Du gemacht, wenn Du Hohhot nicht recht-zeitig erreicht hättest?

DB: Das Trike an Ort und Stelle versucht einzustellen und mit dem Bus nach Hohhot zu reisen. Es klappte aber und ich flog mit einem kleinen Flieger nach Ulaan Bator.

FF: Dieser Flieger war auch sonderbar. Turboprop und ziem-lich in die Jahre gekommen.

DB: Darum konnte er auch nicht so hoch fliegen und ich hatte wunderbare Einblicke über die Weite der Mongolei.

FF: Du hast ja gar nicht aus dem Fenster geschaut, sondern Blog geschrieben.

DB: Weil Du fauler Sack es nicht tust, muss ich alles selber machen. Nicht einmal einen neuen Schreiber kannst Du mir besorgen und prompt wurde meiner leer. Da hatte ich ge-nügend Zeit aus dem Fenster zu schauen.

FF: (beleidigt) Ich tu jedenfalls nicht wie wenn.

DB: Du meinst den Deutschen in der Jugi, der partout kein Deutsch sprechen wollte, aber so einen grausamen deutschen Akzent in seiner englischen Aussprache hatte? Ja Typen trifft man. Netter war das französische Paar, die auf Weltreise sind.

FF: Du warst hier plötzlich nicht mehr der einzige Tourist. War das nicht eigenartig?

DB: Das war schon einmal gewöhnungsbedürftig und zeit-weilen fühlte ich mich in Frankreich – so viele französische Touristen hier. Ich habe mir natürlich ein paar Sehenswürdig-keiten und Museen angeschaut.

FF: (verdreht die Augen) Zum Glück hat es nicht so viele Kunstgalerien hier. Du besuchtest aber auch etwas ausser-halb des touristischen Programms; eine Kindertagesstätte.

DB: Bayasgalant wurde vor Jahren von Schweizerinnen im Aussenbezirk von Ulaan Bator gegründet und bei einem Vor-trag über die Mongolei kam ich mit dem Hilfswerk in Kontakt. Wenn ich schon nach Ulaan Bator reise, wollte ich es natür-lich auch besuchen und diese Möglichkeit bot sich mir. Die Tagesstätte bietet einen geschützten Rahmen, Mahlzeiten und soziale Kontakte. Kinder unterschiedlichen Alters spielen miteinander, ältere helfen den jüngeren bei Hausaufgaben und es herrscht eine friedliche Atmosphäre. Kaum zu glau-ben, wenn man die Umstände kennt in denen die Kinder zu Hause sind. Sie sind sehr natürlich und gar nicht scheu. Als ich zu fotografieren anfing, dauerte es nicht lange und ich wur-de von einigen Kindern regelrecht belagert. Ich war ja nicht der erste Besucher mit einer Kamera da.

FF: Da gibt es ein schönes Projekt eines Schweizer Fotografen, der je 20 Kinder in der Schweiz und der Mongolei portraitierte und ihnen für eine Woche eine Kamera zum selber fotografieren überliess.

DB: Diese Ausstellung war in der Schweiz, aber im Haus konn-te ich ein paar der Arbeiten angucken. Interessant ist, was die Kinder in den Fokus rücken.

FF: Du hast in Ulaan Bator aber auch noch was anderes entdeckt.

DB: Eines der vier veganen Restaurants. Da konnte ich end-lich ohne lange herum zu diskutieren bestellen, was auf der Karte stand. Die Frappés ohne Milch sind dann schon vom Geschmack her eine Herausforderung. Vegetarisch hätte mir gereicht.

FF: Das vegetarische Essen ist sonst in der Mongolei eher schwierig, wie hast Du das auf der Tour gemacht?

DB: Ich habe dem Guide gesagt, dass ich kein Fleisch essen dürfe und ihn gebeten, irgendetwas anderes auf zu treiben und das hat immer geklappt – er ist im Winter selber Gemüse-verkäufer.

FF: Wieso hast Du eigentlich eine Tour gebucht und bist nicht auf eigene Faust gereist?

DB: Weil ich nur eine Woche Zeit hatte und das organisieren mit dem öffentlichen Verkehr hier viel Zeit braucht.

FF: Nun erzähl mal von dem Ausflug. Wo fuhrst Du hin? (Siehe Video rechts)

DB: Die Tour war für zwei Personen; Chin aus Hong Kong und ich. Der Guide Syko und der Fahrer George führten uns in drei Tagen nach Karakorum zu Nomadenfamilien und zurück. Ausserhalb Ulaan Bators beginnt die endlose Weite der Mongolei. Da ich am Abend bevor noch lange am Blog arbeitete, weil eine Flinke Feder schon schlief, döste ich im Auto vor mich hin. Unterwegs standen an der Strasse ein-stöckige Häuschen – ein Restaurant neben dem Anderen; eine Raststätte auf Mongolisch. Gegen Nachmittag trafen wir in Elsen Tasarkhai ein, da ist eine kleine Sandwüste, auch „kleine Gobi“ genannt.

FF: Ihr seid sicher mit dem Kamel durch geritten? (lacht)

DB: Leider gehörte das zum Programm. Ich schwur mir danach nie wieder auf irgendeinem Tier zu reiten.

FF: Wieso? Tun Dir die Tiere so leid?

DB: Die Tierhaltung für Touristen ist ein fragwürdiges Kapitel. Aber mir ging es eigentlich nicht darum, sondern es ist ein-fach langweilig auf den Viechern durch die Gegend zu schaukeln, wo man zu Fuss schneller wäre. Die müssen ja immer denselben Weg latschen und es ist für die auch langweilig. Sowas muss ich nicht mehr machen egal ob Pferd, Kamel, Elefant oder sonst was auch immer.

FF: Hundeschlitten?

DB: Nein, Hundeschlitten ist was anderes, da reitest Du ja auch nicht auf den Hunden. Aber wenn die immer dieselbe Runde latschen müssen treten sie in den Streik.

FF: Wir sind aber in der Wüste. Was hast Du denn noch selber unternommen?

DB: Eine schöne Stelle für eine Skizze habe ich mir gesucht, die Sanddünen und das Bergmassiv Khungnu Khaan skizziert.

FF: Wieso ohne nackte Frau im Vordergrund?

DB: Ich muss nicht immer einen Vordergrund malen, ausser-dem fehlte mir die Zeit und ich hatte starke Kopfschmerzen.

FF: Das kommt davon, wenn Du bis spät in die Nacht arbeitest und dann im Auto döst.

DB: Weil Du Deine Arbeit vernachlässigst! Du Faulpelz!

FF: (gekränkt) Hör auf immer auf mir herum zu hacken! Du hackst sonst auch nicht sondern zupfst. Da standen tradi-tionelle Instrumente herum, auf denen Du gespielt hast.

DB: Ich habe versucht mit Bogen und den zwei Saiten etwas Klingendes heraus zu kriegen.

FF: Was kam raus?

DB: „Thunderstruck“ von AC/DC, nicht gerade meine Lieb-lingsband, aber was soll’s. (Der Link ist eher die Vorlage dazu)

FF: Gibt es Aufnahmen davon?

DB: Leider nicht – oder zum Glück, denn ich habe das Lied sonst nie gespielt.

FF: Wo fuhrt ihr am nächsten Tag hin?

DB: Zur sagenumwobenen Stadt Karakorum, die einmal Hauptsitz der Nachfolger von Dschingis Khan gewesen war aber später in Schutt und Asche gelegt wurde. Heute stellen im wieder aufgebauten Kloster Erdene Zuu, welches aus den Ruinen erbaut wurde und über den Ruinen steht, nur noch wenige Häuser im Vergleich was einmal stand. Umgeben ist sie von einer Mauer mit 107 Stupas…

FF: …da fehlt doch eine! Sollten es nicht 108 sein?                     

DB: Zähl die in der Mitte dazu, dann hast Du wieder 108.

FF: Habt Ihr am Abend wieder in einer Jurte geschlafen?

DB: Die erste Jurte war extra für Touristen eingerichtet, aber hier in einem Seitental des Orkhon Tales waren wir wirklich bei einer Nomadenfamilie zu Hause. Unser Fahrer musste sich vor-her bei anderen Nomaden erkunden, bis wir sie hinten im Tal fanden. Das haben Nomaden eben an sich. Diese beher-bergen nur gelegentlich Touristen und sind Verwandte des Jugendherbergsbesitzer. Das normale Leben besteht von der Bewirtschaftung der Pferde – Stutenmilch zur Selbstversor-gung – und Ziegenherden. Der Sommer ist hier eher kurz und das Gras wächst nur kurz, darum müssen sie viel herumreisen, um für die Tiere genügend Futter zu finden. Auch wenn es immer weniger Nomaden gibt – das Gras wird auch immer weniger. So verkaufen viele ihre schönen Pferde und ziehen in die Stadt in der Hoffnung auf besseres Leben und landen im Slum.

FF: Wäre es für diese Familie nicht besser gewesen, sie hätten in der Stadt gewohnt?

DB: Ich kenne die genaue Geschichte nicht, aber ein kleines Mädchen hatte einen Hirnschlag und ist seit dem behindert. Klar ist so etwas tragisch und für die Familie sicher auch eine Herausforderung.

FF: Hast Du auch Pferde gemolken, wie andere Touristen?

DB: Nö, diese Pferde sind noch halb wild und da braucht es schon Erfahrung. Ich wohnte acht Jahre auf einem Bauern-hof und habe auch keine Kühe gemolken. Ich habe lieber das gemacht, was ich kann: Eine Skizze und einige Fotos.

FF: Schon wieder eine Skizze?

DB: Blöd in der Landschaft herumsitzen konnte ich wenigstens mit was Sinnvollem verbinden.

FF: Du bist aber auch für sinnloses zu haben.

DB: Beim Rückweg fuhren wir wieder bei Karakorum vorbei und machten lustige Fotos beim Penis Rock.

FF: Was?

DB: Ein grosser Penis aus Granit gehauen soll für die Mönche als Beruhigung dienen und er wird auch für Fruchtbarkeit angebetet.

FF: Ich habe von Mönchen gehört, die zeichnen dafür nackte Frauen.

DB: Touché!

FF: Wie war die Rückfahrt sonst verlaufen?

DB: Wir fuhren denselben Weg durch die endlosen Weiten wieder zurück. Im selben Ort assen wir – einfach in einem anderen Restaurant. Viel anderes gibt es nicht  auf der Strecke. Ab und zu hielten wir an, um zu fotografieren und pinkeln. Die ganze Zeit spielten sie Lieder von ABBA, Boney M. und andere 70er Heuler – mehr hatten sie nicht dabei und so wurde es ein paar Mal wiederholt. Mit „Dancing Queen“ durch die endlose Mongolei ist verschroben.

FF: Hast Du in Ulaan Bator noch weitere Sehenswürdigkeiten angeschaut?

DB: Ich pilgerte zum Dinosauriermuseum, da in der Mongolei viele Ausgrabungen stattfanden. Das Haus ist Riesengross und verspricht für die riesigen Kerle einen dementsprechen-den Rahmen. Doch für die paar Knochen ist es recht ent-täuschend. Anschliessend flüchtete ich vor dem Regen ins Tempelmuseum. Da war es wie überall; vollgestopft mit Fratzen und Menschenfressenden, mordenden Monstern usw.

FF: Jetzt fang‘ nicht schon wieder damit an!

DB: Mach‘ ich nicht – es war einfach so. Ich hör‘ nun auf Tempel zu besuchen.

FF: Die Woche war schnell vorüber und Du sassest wieder im Flieger zurück nach China.

DB: So einfach war es nicht, denn der Flieger hatte Verspä-tung wegen zu viel Wind – sonst hätte es den vom Himmel gefegt. Diesmal habe ich mit Michael, einem Deutschen der in Shanghai wohnt, die Arschkarte gezogen und wir sassen zu Hinterst vor dem Klo. Zum Glück hatten die vor uns ihre Sitze nicht zurück geklappt. Den ganzen Flug über hatten wir ein lustiges Gespräch über China, Mongolei usw.

FF: Wusste Dein Gastgeber in China, dass Du Verspätung hast?

DB: Der Akku von meinem Handy war natürlich wieder zur dümmsten Zeit leer und ich konnte ihm nicht einmal schrei-ben. Aber er hat es selber herausgefunden und mich vom Flughafen abgeholt. En spezieller Service wofür ich nicht einmal gebeten habe. Als Dankeschön schickte ich ihm später noch ein paar von meinen Fotos.

FF: Die Fotos der Mongolei sind nun auch anzuschauen und zwei Videos zusätzlich. Weiter geht die Reise wieder mit dem Solatrike nach Peking.

 

Anm. d. Red: Aktuelle Telefonnummer in Südkorea:

- Handy: ++82 010 596 7598