· 

042 China 3

China 3

(20. Juni – 5. Juli 2017)

(geschrieben von Flinke Feder am 4. September 2017 redigiert vom grün gefiederten Papageienvogel mit drei Buchstaben; dem Ara)

(Die Red.) Es wird wohl der Redaktion des Reisemagazins „Leise Reisen„ nicht gelingen  den Rückstand wieder auf zu holen, aber sie setzt sich entschlossen ans Werk. Es wird hier berichtet von der Reise durch den „Hexi-Korridor“ in der Region Gansu.

Flinke Feder (FF): Du hast was von Leben und Tod vorange-kündigt, wie dramatisch!

China 3

(June 20. – July 5. 2017)

(Written by Power Pen on September 4, 2017 edited of the Green-feathered Parrot bird Macaw)

(Editorial) It will not be possible to bring the backlog back on by the editorial team of the travel magazine "Gravel travel", but they try with every effort it needs. Now it’s about the travel through the “Hexi-Corridor” in Gansu.

Power Pen (PP): You have announced something of life and death, how dramatic!


Solatrike, Construction site - correction

David Brandenberger (DB): Das wirst Du nicht für Möglich halten, aber ich habe nichts gesagt, da hast Du Dich ver-plappert.

FF: Aber ein Körnchen Wahrheit hat es schon darin Du warst knapp am Tod vorbei gefahren…

DB: …oder der Tod an mir! Es fing ja harmlos an, die erste Strecke von 130km von Dunhuang bis nach Guazhou führte durch die Wüste einer Bergkette entlang und ich stellte mein Zelt in einem künstlichen Wald auf. Am nächsten Morgen sah es dann eher düster aus – nicht das Wetter, aber die Polizei liess nicht mit sich reden, die bestanden darauf, dass ich an-stelle auf dem Seitenstreifen der G30 den Ackerweg der G312 nehmen soll. Es half alles argumentieren nichts, die stellten auf Stur und ich musste mich fügen…

FF: Wann kommt der Tod vorbei?

DB: Du kannst es wohl nicht erwarten mich los zu sein, aber bedenke, dass Du mit gehst! Die Strasse glich einem Acker, denn die ganze Strecke wird wieder erneuert. Das heisst aber nicht, wie bei uns, dass eine Spur noch zu fahren ist und die andere gebaut wird – da ist ALLES eine Dreckpiste; Einspurig und eine Armee von Lastwagen, die Bauladungen transpor-tieren, fahren wie wild von beiden Seiten hin und her. Das Solatrike ganz klein dazwischen versinkt im Staub und Dreck. Die Laster brausten im Höllentempo über den holperigen ungeteerten Weg mir entgegen. Ich musste meine Luftdruck-hupe energisch betätigen, sonst hätten mich ein paar Laster gleich überrollt. Da hat mir die Hupe echt das Leben ge-rettet. Ich konnte ja nicht schnell fahren auf diesem Unter-grund und holte mir zu allem Übel noch einen platten Reifen. Das erste Mal im rechten Vorderrad. Eine Nadelspitze, sehr wahrscheinlich ein Draht von einem geplatzten LKW-Reifen, hatte sich durch gebohrt. Also sind die „Schwalbe Marathon Plus“ doch nicht unplattbar, wie die Werbung verspricht!

FF: Hattest Du denn Platz genug für eine Reparatur?

DB: Genau an dieser Stelle verbreiterte sich der Acker, ich war aber nach vier Stunden nur 20km weit gekommen. So kann das nicht weiter gehen, habe ich mir gesagt und überrumpelte bei der nächsten Einfahrt auf die G30 den Poli-zisten und gelangte endlich wieder auf die Schnellstrasse, die ja soooo gefährlich sein soll. Im Gegenteil! Auf dem Seiten-steifen war ich sicherer, als auf der Bauzufahrtstrecke zwischen den brausenden Laster.

FF: Da hast Du endlich Deine Geschichte knapp am Tod vorbei!

DB: Die nützt auch nichts und ich muss das nicht haben! Ich suche sowas nicht, die Jury der Vortragsreferenten sucht wohl eher die Draufgänger, die alles einkalkulieren und über-leben. Ist doch hirnverbrannt sowas!

FF: Du hättest den auf eine halbe Stunde gekürzten Vortrag ja sowieso nicht auf die Deadline (Zeitpunkt zum Einreichen) hingekriegt, wieso beklagst Du Dich?

DB: Weil es mich halt einfach doch wurmt und während des langen Velofahrens habe ich zu viel Zeit darüber nachzuden-ken. Unterdessen ist es mir Scheissegal, wenn irgendeine Jury denkt meine Reise sei zu unspektakulär und zu wenig spann-end. Ich mache meine Reise mir zuliebe und nicht für eine Jury, die in Wettbewerben denkt. Mein Solatrike-Projekt ist kein Rennen und auch kein Wettbewerb. Reisen ist sowieso kein Wettbewerb, wer das so sieht, soll wieder nach Hause! Das ewige Machogehabe geht mir langsam auf den Wecker: überall und alles Wettbewerb! Höher, weiter, schneller, wer hat den Längsten usw. Wir haben uns seit der Steinzeit wohl nicht weiter entwickelt in dieser Hinsicht. Was mir aber zu denken gibt ist, dass man nicht einfach uns Männer für diesen Umstand beschuldigen kann, denn schein-bar zieht diese Masche ganz gut trotz Emanzipation und die Frauen machen das Spiel demnach auch mit.

ARA: Wir haben das Interview an dieser Stelle gekürzt und den Redeschwall unterbrochen.

FF: Dir hat wohl der anschliessende Wind des Sturmes zu viel durch die Ohren gepfiffen?

DB: Hast Du was gesagt? Ich hör‘ nicht mehr gut! Es hat ziem-lich am Gefährt gerüttelt, als ich kurz vorher noch anhalten konnte und den Sturm vor mir durch ziehen liess. Trotzdem suchte ich schlussendlich mit leerer Batterie und kraftlos kurz vor Sonnenuntergang verzweifelt einen Zeltplatz und kam neben der Autobahn zu stehen, bevor ich ganz durch drehte. Neben meinen Nerven riss auch das Seil, welches ich zum Netz verflochten habe. Genau heute hatte ich einmal den Solarlader montiert, der nun unterwegs auf der Strasse liegt, samt Kabel und Anschluss. Ich mag nicht mehr, bin fertig für Heute – nur die Kamera liess ich noch für eine Lang-zeitbelichtung die halbe Nacht arbeiten.

FF: Wie bist Du denn am nächsten Tag weiter gekommen, ohne Strom in der Batterie?

DB: Ich bin kurz vor Sonnenaufgang aufgestanden und habe die Panels gestellt. In den drei Stunden habe ich einige Repa-raturen gemacht und das Zelt eingepackt. Es hat zwar nicht gereicht, um die Batterie ganz zu füllen, aber wenigstens konnte ich weiter gegen den Wind und natürlich aufwärts radeln. Das kostete aber sehr viel Energie, von mir und der Batterie. Auf einem der unzähligen Hügel habe ich die 18‘000 km „gefeiert“.

FF: Wie geht so eine Feier?

DB: Ich halte an, mache vom Tachometer ein Foto und freue mich, dann geht es weiter ohne Klimbim. So war auch die Strasse, immer höher hinauf und konstant gegen den Wind, es wollte nicht aufhören und die Batterie wurde immer leerer. Ich musste noch fast 50Kilometer fahren und bin auf 2006 m.ü.M angekommen, als es endlich etwas runter ging. Aber gegen den Wind war es nicht sonderlich besser und ich kriegte  nicht mehr als 20km/h hin.

FF: Das klingt nach einem ziemlichen Kraftakt.

DB: War es auch und ich bin am Abend dann richtig ge-schafft. Dann kommt dazu so ein Schreiberling und verlangt von mir, dass ich etwas vorwärts machen soll mit Fotos bear-beiten. Es ist wohl verständlich, dass ich dann regelmässig dabei einschlafe. Ich mache ja alles alleine: Fotos, Filme, Blog, Webseite aktualisieren, Reise planen, kochen, Zelt aufstellen…

FF: Ich habe den leisen Vorwurf nun überhört – aber mir notiert! In Jiayuguan bist Du gleich zwei Tage geblieben.

DB: Da ist zum einen einmal die sehr gut erhaltene Festung auf dem Jiayuguan Pass, am westlichen Ende der Grossen Mauer – naja, sie ging danach noch zig Hundert Kilometer weiter in die Wüste Gobi hinein. Da kam ich aber her und habe mir am nächsten Tag noch die „Überhängende Grosse Mauer“ angeschaut, der zweite Höhepunkt hier.

FF: Ist die grosse Mauer wirklich überhängend?

DB: Das nicht, aber von einem Punkt sieht sie aus, als würde sie über den Hügel fallen und überhängend weiter gehen. Etwas weiter entfernt hockte ich mich hin und habe die Aus-sicht auf die Mauern skizziert. Nach dem Abstieg bin ich noch auf die nicht offiziell eröffnete Mauer aus der Ming-Zeit gestie-gen. Ich erhielt dort einen besseren Einblick in die Baustruktur, weil da noch nicht alles restauriert ist und einige Teile zusam-men gefallen sind. Archäologisch sehr interessant.

FF: Unterdessen ist wohl jedem klar, dass Du Dich für Archäo-logie interessierst! (Stöhnt) Du hast dabei sogar selber eine Entdeckung gemacht. Wie kam das?

DB: Du trägst wieder zu dick auf! Ich habe nichts Neues ent-deckt, sondern auf der Suche nach einem geeigneten Zelt-platz auf dem Satellitenbild eine eigenartige Struktur gesich-tet, die ich mir als Ziel gesetzt hatte. Die Überlandstrasse G312 war überraschend besser geworden und ich konnte einmal die Fahrt geniessen mit Ausblicken in die Berge und ein paar alten Feuertürmen und alter Karawanserei oder sonstigen un-definierten alten Mauern am Wegrand. Am Ziel angekom-men entpuppte sich die Struktur wirklich als eine alte Festung in Adobe Bauart. Die Wände der Mauern waren mit ge-brannten Tonziegeln bedeckt und es liegen unzählige archäologische Artefakte (Tonscherben) herum, auch von Tontöpfen. Sie ist scheinbar ein Teil der Grossen Mauer, aber sonst ist nichts Offizielles darüber zu lesen. Ich bezweifle auch, dass sie von Archäologen überhaupt gesichtet und gesichert wurde. Einige nicht funktionierenden Überwachungskameras sind zwar installiert und ein in chinesischer Schrift geschriebe-nes Schild. Ich war aber hin und weg und froh über „meine Entdeckung“.

FF: Dafür hast Du die nächste Stadt fast nicht gefunden.

DB: Das ist auch ein chinesisches Rätsel. Da fährt man zwi-schen unbewohnten Neubauten, die in den Himmel ragen, durch und findet die Stadt dazu nicht. Ich fahre ja ohne GPS und nur mit einer 1:2 000 000 Karte, da kann man schon mal glatt an einer Stadt vorbei fahren.

FF: Du hast sie trotzdem gefunden. Wie ernährst Du Dich eigentlich?

DB: In den Restaurants gibt es Speisekarten mit Bildern und da bestelle ich zwei oder drei Bilder und muss dann nach zwei Speisen kapitulieren. Das sieht auf den Bildern immer so klein aus, da kommt aber ein ganzer Teller voll. Wenn ich nichts Vegetarisches finde, gibt es immer noch die Kübel mit Fertig-nudeln, die ich dann mit eigenem Gemüse verfeinere, eige-ne Sauce hinzufüge und heisses Wasser aus dem Teekocher vom Hotel eingiesse.

FF: In Zhangye hast Du einen Tag Pause eingelegt, um den grossen liegenden Buddha anzuschauen.

DB: Das ist eine der Sehenswürdigkeiten dort. Von der grossen Pagode aus, hatte ich eine Kirche entdeckt, die war aber nicht mehr zugänglich, die haben sie einfach mit Häusern rundherum zugemauert. Warum auch immer. Buddhas sind eher in hier, also habe ich den nächsten in der Nähe von Shandan angetroffen. Dies ist der grösste sitzende Buddha im Haus – aha. Sagt mir aber doch nichts, der sitzt einfach da und basta. Der hat mir auch nicht weiter aus meiner Patsche geholfen, denn ich durfte wieder nicht auf die gute Strasse und musste wieder mit dem Acker vorlieb nehmen. Nach ein paar Kilometern war dann wirklich fertig und ich stand buch-stäblich im Acker. Ein Einheimischer versuchte mir zu helfen und wir kamen gerade noch unter die Autobahnbrücke, als der Sturm los brach. Nach einer Stunde warten, musste ich aber auch diesen Unterschlupf verlassen, weil in Kürze der ganze Bach da durch fliessen würde. Eingepackt im Regen-schutz pflügte ich das Solatrike durch den Matsch zwischen der Grossen Mauer durch bis ins nächste Dorf, wo ich auf die Überlandstrasse traf. In einem kleinen Wäldchen habe ich dann mein Zelt unter dem aufgespannten Tarp installiert und nach dem Regenguss mein Abendessen gekocht.

FF: Was steht bei Dir auf dem Menü?

DB: Gurkensalat, Bouillon, Nudeln mit Rüebli (Karotten) und Peperoni (Paprika).

FF: Dein schlimmster Tag stand aber noch bevor.

DB: Erst hatte ich einmal wieder ein plattes Rad beim An-hänger und beim Wechseln des Schlauches gleich den durchgefahrenen Reifen gewechselt. Bei dieser Gelegenheit habe ich beim anderen Rad alle Speichen neu angezogen, da lotterte alles. Die Überlandstrasse (G312) wurde nach dem nächsten Dorf wieder zum Acker und ich musste glück-lich sein, wenn ich 8 km/h schaffte. Die LKW-Fahrer waren wenigstens auf diesem Abschnitt aufmerksamer und schenk-ten mir sogar eine Flasche Wasser, denn die Strasse führte ausschliesslich hinauf. Kurz vor dem Pass fing es natürlich auch noch an zu regnen. Der Pass auf 2650m, mein neuster Höhenrekord, konnte ich gar nicht geniessen. Ich habe die Festung auf der anderen Seite der Strasse aus der Ferne betrachtet und bin weiter gegurkt. Mein Höhenmeter sank zwar, doch es fühlte sich gar nicht danach an. Ein weiteres Schild kündete eine 300m lange Baustelle an – die haben wohl das „K“ vor dem Meter vergessen – wäre ehrlicher. Die war das reinste Desaster! Ich blieb im Sumpf stecken, da genau an dieser Stelle die Kette vom Ritzel fiel. Ohne Motor-unterstützung komme ich nicht weiter und meine Füsse würden sich bis weit über die Turnschuhe in den Morast boh-ren, wenn ich aufstehe. Da kommt ein LKW-Fahrer in Gummi-stiefeln angerannt und schiebt mich mitsamt dem Solatrike aus dem Sumpf. Ich weiss nicht woher der schmächtige Kerl diese Kraft her hatte mich anzuschieben, damit die Kette wieder einrastete und ich mit dem Motor und eigener Kraft mithelfen konnte.

FF: Wurde die Strasse nach der Baustelle wenigstens besser?

DB: Nach und nach schon, doch ich hatte um vier Uhr nach-mittags erst 50km gemacht und radelte dafür zwei Stunden über wechselnden Strassenzustand weiter, bis ich bei einem alten Feuerturm mein Zelt aufstellte. Dieser Platz hat mich für die ganzen Strapazen entschädigt und ich konnte wunder-schöne Zeitrafferaufnahmen machen.

FF: Wie war die Strasse denn bis Wuwei?

DB: Anfangs noch wie üblich, besserte sich aber und ich konnte bergab einfach laufen lassen. Vor Yongchang gab mir eine weitere Umleitung Einblick in das dörfliche Leben. In Yongchang selber fuhr ich einmal um den Trommelturm, bevor ich wieder auf der G312 weiter fuhr. Als ich meine Mittagspause machen wollte kam mir Luis aus Spanien ent-gegen, der von Peking aus auf seinem „Heimweg“ ist. Wir haben die aktuellen Strassenzustände ausgetauscht und nach ein paar Kilometern kam dann die von Luis gewarnte Baustelle. Nochmals ein Höllentrip. Ich wurde durchgeschütt-elt bei 6 km/h, typisch G312 eben. Ein Schild kündigt 30km bis Wuwei an, nach 2km fahren rumpeln, steht ein Schild: 32km bis Wuwei – klar Chinesische Logik! Später kommt noch drei-mal das Schild 20km bis Wuwei. Das hat nichts mit der Distanz zu tun, es ist einfach eine schöne Zahl. Danach war aber mit der Rumpelei Schluss und ich fuhr nach drei statt der geplan-ten zwei Tagen in die Stadt Wuwei ein.

FF: Zwei weitere Pausetage mit Konfuzius Tempel- und Museumsbesuch?

DB: Die Tage habe ich mir verdient und endlich die Graban-lage besuchen können, wo sie die berühmte Bronzearmee gefunden haben. (200 kleine Bronzefiguren bestehend aus Pferden, Kutschen und Kriegern, davon das „Fliegende Pferd“ das Berühmteste davon ist). Leider ist das Original im Museum in Lanzhou, aber Kopien davon sind in verschieden-en Museen zu finden.

FF: Die Grabkammer ist aber nicht so einfach zu finden, da gibt es auch eine lustige Geschichte.

DB: Bei einem Museumsgebäude liessen sie mich nicht rein, ich fragte mit dem Bild auf dem Ticket und bekam eine chinesische Antwort, die nach DoReMiFaSoLaDi klang. Also zeigte ich zum Tempel und sagte: „DoReMiFaSoLaDi?“ Die Dame bestätigte das und ich fand die Grabanlage. Seit wann kann ich chinesisch?

FF: Keine Ahnung. Musstest Du nach Wuwei wieder auf der G312 weiter fahren?

DB: Zum Glück nicht, da führte nach der Zahlstelle, die ich Gratis passieren kann, sogar ein Fahrradweg weiter – der pure Luxus! Nur die Beschaffung von Benzin für meinen Kocher war wieder ein Problem für sich. Normalerweise kriege ich an jeder Tankstelle Benzin, natürlich geht das in China nicht so einfach. Auf einem Schild soll geschrieben stehen, dass es nicht erlaubt sei Benzin in einem Behälter mit zu füh-ren. Da müsse man erst die Polizei fragen. Ist denn ein Polizist hier? Nö, also ist doch kein Problem, rein mit dem Benzin und in 5Minuten erledigt. Nicht so in China: eine viertel Stunde warten bis die Polizei hier ist, dann wird der Pass kopiert, die verschiedenen Visa fragend angeschaut, herumtelefoniert und diskutiert. Nach drei viertel Stunden Bürokratie bekomme ich grünes Licht und darf einen halben Liter Benzin einfüllen. Die Polizisten lächeln zufrieden ein weiteres Problem gelöst zu haben. Sowas nennt man Arbeitsbeschaffung.

FF: Es war aber schon nach fünf Uhr nachmittags und Du wolltest noch den Berg hoch?

DB: Darum fuhr ich so schnell es halt ging im Kriechgang den Berg hoch, der immer steiler wurde und meine Batterie pro-portional dazu leerer.  Nach 400 Höhenmetern und mehr, habe ich einen kleinen Feldweg entdeckt der mich  zu einer weiteren Feuerturmruine gleich neben der Grossen Mauer brachte – mein Lieblingsplatz. Sowas habe ich mir schon lange gewünscht; neben der Grossen Mauer zu zelten. Ich musste mich aber sputen mit Zelt aufstellen und kochen, da-mit ich noch vor dem Sonnenuntergang fertig wurde. Einen schönen Zeitrafferfilm konnte ich in der Nacht von der Kamera aufnehmen lassen.

FF: Weisst Du immer wo Du genau bist?

DB: Nein nicht immer und ich muss viel nachfragen – mit Händen und Füssen. Teilweise sind die Ortschaften auf meiner Karte in Chinesisch angeschrieben, dann kann ich die Karte zeigen. Zwischendurch bin ich aber auch ziemlich ratlos. Falls ich falsch fahre geht es dann einige Kilometer, bis man wen-den kann – das ist nervenaufreibend. Auf der letzten Strecke bis Zhongwei war das ein paar Mal der Fall, dass ich nach-fragen musste und nicht mehr wusste, wo ich war. In Zhong-wei habe ich jemandem den Zettel in die Hand gedrückt wo ich so gut wie möglich die Chinesischen Zeichen vom Hotel drauf geschrieben habe und er hat mich dann durch die Strassen gelotst.

FF: Du bist somit am Gelben Fluss angekommen.

DB: Ja, der heisst „Gelber Fluss“ ist aber ziemlich braun dieser Gelbe Fluss. In Zhongwei habe ich die Anlage rund um den Gao Tempel angeschaut, leider ist der Tempel selber aus irgendwelchen Gründen zu. Am Abend habe ich in der An-lage noch ein schönes Foto mit Lichtmalerei für meinen Bruder zu seinem 50. Geburtstag gemacht, damit ich ihm angemessen gratulieren konnte.

FF: Wir sind aber schon lange über unser angemessenes Format hinaus und schliessen  das Interview. Du bist in Ninxia angekommen und wirst weiter in die Innere Mongolei reisen mit weiteren spannenden Abenteuern in der Steppenlandschaft.

(Die Webseite wurde unterdessen umgestaltet und die Fotos in andere Unteseiten verschoben! Geniesst nun die neuen Fotos von China in: China2, die Fotos vom Solatrike sind aufgesplittet und die neusten sind in: Solatrikefotos China. Auch die Videos vom Solatrike sind jetzt in einer Unterseite der Solatrike Dokumentation zu finden. Nur die Skizzen und Neueinträge in den verschiedenen Themen sind noch am selben Ort. Doch am besten einfach dem Link auf dem Wort folgen.)

 

Anm. d. Red: Aktuelle Telefonnummer in Südkorea:

- Handy: ++82 010 596 7598

David Brandenberger (DB): You're not going to think that's possible, but I didn't say anything, you blabbed.

PP: But a grain of truth has already been there you were just passing by death...

DB: ...or death by me! It started harmlessly, the first stretch from 130km from Dunhuang to Guazhou led through the desert along a mountain range and I pitched my tent in an artificial forest. The next morning it looked rather gloomy - not the weather, but the police kept stubborn, they insisted that I should take the G312 instead of the side strip of the G30. It helped no arguing they kept stubborn and I had to toe the line...

PP: When is death coming?

DB: You may not expect me to be going, but remember that you're going with me! The road resembled an acre, because the whole route is renewed again. But that does not mean, as with us, that a strip is still to be driven and the other is built – everything is a dirt track; Single lane and an army of trucks transporting loads, driving like wild from both sides. The Sola-trike is very small in between and sinks in the dust and dirt. The Trucks roar at the speed of hell over the bumpy unpaved way towards me. I had to push my air pressure horn energeti-cally; otherwise a couple of Lorries would have rolled me over. The Horn really saved my life. I could not drive fast on this ground and to all evil got a flat tire. This was the first time in the right front wheel. A needle tip, very likely a wire from a burst truck tire, had drilled through. So the "Schwalbe Mara-thon Plus" is not flat-less, as the advertising promises!

PP: Did you have enough space for a repair?

DB: At this point the acre widened, but after four hours I was only driven 20 km. So this cannot go on, I told myself, at the next driveway to the G30 I took the policeman by surprise and finally got back to the expressway, which is so dange-rous. On the contrary! On the side strip I was safer than on the access road of the construction site between the roaring trucks.

PP: You've finally got your story close to death!

DB: It's no use either, and I don't have to have that! I'm not looking for this, the jury of the slight show speakers is probably looking for the daredevils who will calculate death and survive. It's brain-burned!

PP: You could not have done the half-hourly abridged slight show anyway to the deadline, why do you complain?

DB: Because I’m simply narked about that and during the long cycling I have too much time to think about it. Mean-while, I don't give a damn if any jury thinks my trip is too un-spectacular and too little exciting. I make my journey for my sake and not for a jury that thinks in contests. My Solatrike-project is not a race and not a competition either. Travel is not a competition anyway, whoever sees it like that is supposed to be backing home! This machismo drives me up the wall: everywhere and all is a competition! Higher, farther, faster, who has the longest etc. Since the Stone Age, we have probably not evolved in this respect. But what surprises me is that you cannot simply accuse us men for this circumstance, because apparently this trick is quite good despite emancipation and the women also take this game.

Macaw: We cut the interview at this point and interrupted the speech burst.

PP: I think the wind of the storm was too much whistling through your ears?

DB: Did you say something? I'm not listening well! It was quite shaking on the vehicle when I was able to stop shortly before and let the storm go through ahead of me. Nevertheless, I finally searched desperately with empty battery and power-less shortly before sunset a campground and stopped next to the highway before I completely got nuts. Apart from my nerves, also tore the rope that I intertwined to a net. Just today I had installed the solar loader, which is now laying somewhere on the road, with cable and connection. I can’t anymore, I'm done for today – only the camera I left work for a long time exposure half the night.

PP: How did you get on the next day without electricity in the battery?

DB: I got up shortly before sunrise and I set the panels. In the three hours I made some repairs and packed the tent. It was not enough to fill the battery completely, but at least I could continue to pedal against the wind and of course upward. That cost a lot of energy, from me and the battery. On one of the innumerable hills I have celebrated the 18 ' 000 km.

PP: How's such a celebration?

DB: I stop, make a photo of the speedometer and am happy, and then it goes on without junk. So was also the road, getting higher up and constant against the wind, it did not want to stop and the battery became increasingly empty. I still had to drive almost 50Kilometer and arrived at 2006 masl when it finally went down a bit. But against the wind it was not particularly better and I did not get more than 20km/h.

PP: That sounds like a real feat.

DB: It was, too, and I was really done in the evening. Then there comes a certain scribbler and asks me to move for-ward with editing photos. It is understandable that I will then fall asleep on a regular basis. I do everything alone: photos, movies, blog, website updates, trip planning, cooking, tent pitching...

PP: I have now overheard the silent accusation – but I have noted! In Jiayuguan you stayed two days.

DB: For one, there is the very well-preserved fortress on the Jiayuguan Pass, at the western end of the Great Wall – well, after that it went a zillion miles further into the Gobi Desert. But I came from there and visited the "Overhanging Great Wall" the next day, the second highlight here.

PP: Is the Great Wall really overhanging?

DB: That's not, but from a point it looks like it's falling over the hill and going on overhanging. A little farther away I crouched down and sketched the view of the walls. After the descent, I have risen to the non-officially opened wall from the Ming Dynasty. I got a better insight into the structure there because not everything has been restored and some parts have fallen apart. That is archaeologically very interesting.

PP: Meanwhile, everyone is aware that you are interested in archaeology! (Moans) You even made a discovery yourself. How comes?

DB: You over-egg the pudding again! I did not discover anything new, but in search of a suitable camp site I spotted on the satellite image a peculiar structure that I had set as my goal. The highway G312 was surprisingly better and I could enjoy the ride with views of the mountains and a few old fire towers and old caravanserai or other undefined old walls along the road. Having arrived at the destination, the structure really turned out to be an old fortress in Adobe Design. The walls of the walls were covered with burned clay and there lies innumerable archaeological artifacts (clay) around, also from pottery. It is apparently a part of the Great Wall, but otherwise nothing is official to read about it. I also doubt it was spotted and secured by archaeologists. Some non-working surveillance cameras are installed and a sign written in Chinese. But I was bowled over and happy by my discovery.

PP: In spite you almost didn't find the next town.

DB: This is also a Chinese puzzle. While you drive between uninhabited new buildings that reaches the sky but do not find the city. I drive without GPS and only with a 1:2 000000 map; I can easily past a city.

PP: You found it anyway. How do you actually nourish yourself?

DB: In the restaurants there are menus with pictures and then I order two or three pictures and then have to surrender after two dishes. It always looks so small on the pictures, but a whole full plate comes. If I do not find anything vegetarian, there are still the buckets with ready-made noodles, which I then add with my own vegetables, fine-tune my own sauce and pour hot water in from the tea maker from the hotel.

PP: In Zhangye you took a day break to look at the big reclining Buddha.

DB: This is one of the sights there. From the big pagoda, I had discovered a church, but it was no longer accessible, they simply bricked with houses all around. Whatever is the reason? Buddha’s are more in here, so I've encountered the next near Shandan. This is the largest sitting Buddha in the House – I see! Don't tell me anything, he's just sitting there and that’s it. He didn't help me out of my bail, because I was not allowed to go to the good road again and had to go back to the acre again. After a few kilometers it was really finished and I was literally in the acre. A local tried to help me and we just got under the freeway bridge when the storm broke out. After an hour of waiting, I also had to leave this shelter, because soon the whole brook would flow through it. Wrapped in rain protection, I plowed the Solatrike through the mud between the Great Wall to the next village, where I met the highway again. In a small grove I then installed my tent under the stretched tarp and cooked my dinner after the rainfall.

PP: What is on the menu?

DB: Cucumber salad, bouillon, pasta with carrots and capsicum.

PP: Your worst day was still ahead.