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052 Hong Kong & Macau

Hong Kong & Macau

(17.Dezember 2017 -19. Januar 2018)

(geschrieben von Flinke Feder am 1. Februar 2018 redigiert vom grün gefiederten Papageienvogel mit drei Buchstaben; dem Ara)

(Die Red.) Die weitere Ausgabe des Reisemagazins „Leise Reisen„ erzählt vom Versuch die Reise mit dem Solatrike weiter zu führen, sowie vom Scheitern desselben.

 Hong Kong & Macau

(December 17. 2017 – January 19. 2018)

(Written by Power Pen on February 1st, 2018 edited of the Green-feathered Parrot bird Macaw)

(Editorial) This further issue of the travel magazine Gravel travel“, reports about the trial to continue the trip with the Solatrike and the failure of the same.


Panorama from Lamma Island, Hong Kong
Panorama Lamma Island

Streichkonzert.

Flinke Feder (FF): Das Verspricht wieder eine spannende Episode zu werden. Verrate uns doch schon was!

David Brandenberger (DB): Klar verrate ich schon was: Es wird eine spannende Episode!

FF: Ach nein, ich meinte vom Inhalt, wie es zum Scheitern geführt hat.

DB: Also ich kam am 17. Dezember am Abend in Hong Kong an und ergatterte mir erst eine SIM-Karte, damit ich telefonie-ren kann, leider war dann der Akku leer (typisch entweder keine SIM oder kein Strom). Dann fuhr ich per Bus und Metro zu meiner neuen Unterkunft im Aussenbezirk von Hong Kong. Da war aber niemand und die Adresse kannte auch nie-mand. Gerade jetzt hatte natürlich mein Handy gestreikt, aber auch drei Leute, welche die Telefonnummer anrufen wollten, kamen nicht durch. Ich fragte rum und sie schickten mich die Strasse rauf und runter. Jemand versuchte dann auf den Telefonbeantworter zu sprechen und ich solle bei der Bushaltestelle warten. An jenem Abend war es in Hong Kong schweinekalt und ich fror mir fast den Hintern weg in dieser Stunde. Es hatte keinen Sinn, da wird mich nie jemand ab-holen kommen, also stieg ich in den Bus und mit der Metro fuhr ich ins Zentrum. Dort sollte es ein paar Jugendherbergen haben. Die fand ich zwar nicht, erinnerte mich aber vom Internetzugang im grossen Fast Food Laden. Dort wollte ich mir eine neue Unterkunft suchen, hatte dann aber Kontakt zu meiner AirBnB Gastgeberin, die mich zu ihr lotste und nach einer weiteren Stunde war ich wieder bei der Bushaltestelle, welche gar nicht weit vom Haus war.

FF: Das war schon mal ein abenteuerlicher Start, geht es so weiter?

DB: Sicher, denn nun galt es ein erneuertes Visum für China zu ergattern. Hätte ich diese Reiseroute schon im Frühjahr ge-wusst, dann wäre eine mehrmalige Einreise während eines Jahres die bessere Option gewesen. Aber nun musste ich nochmals alles von Anfang beginnen und die Reiseagentur versprach keinen grossen Erfolg. Ich musste wieder eine Reiseroute durch China erfinden, Hotels buchen, eine Ein- und Ausreise per Zug organisieren (die gab es aber nur für 16 Tage nicht länger), dazu noch einen Brief schreiben, warum ich in der Türkei war – das ist scheinbar ein Vergehen neuerdings.

FF: Was ist falsch an der Türkei?

DB: Für mich der momentane Präsident, der ja China als Vor-bild nimmt, die Meinungsfreiheit einschränkt, die Menschen-rechte mit Füssen tritt und alles nach chinesischem Einpar-teiensystem ausrichten will. Was das chinesische Konsulat für Gründe hatte, mir wegen dem Türkischen Stempel im Pass das Visum abzulehnen, bleibt mir aber unbekannt. (Aber im Land Werbung für Türkish Airline und Reisen in die Türkei zu machen ist kein Widerspruch – das ist China).

FF: Du greifst wieder vor. Wie hast Du denn das Visum für China doch ergattert?

DB: Die Lösung steht im Titel dieses Artikels: Ich bestieg kurzer-hand die Fähre nach Macau. Für solche Gründe habe ich auch einen zweiten Pass in der Schweiz herstellen lassen, also bin ich mit dem einen Pass aus Hong Kong ausgereist und mit dem anderen (noch leeren und ohne türkischen Stempel) Pass in Macau eingereist. Ich bin gleich zum chinesischen Konsulat gefahren mit dem Bus, doch erwischte trotzdem die Mittagspause. Diese habe ich abgewartet und hier mein Glück versucht. Es war nicht leicht, staunten die nicht schlecht über den leeren Pass. Ich sollte alle Länder auf-schreiben, welche ich besuchte seit dem 1. 1. 2015, weil ich sagte, dass ich den alten Pass nicht dabei habe. Da habe ich alle Länder in Europa bis nach Griechenland aufgeschrie-ben und den Rest, ach der hat keinen Platz mehr – müssen die auch nicht wissen. Die Europäischen Länder brauchen ja sowieso keinen Stempel im Schweizer Pass! Die Reiseroute müsse ich auch noch abändern auf 20 Tage, da ich nicht mehr kriegen werde, weil ich das Visum nicht in der Schweiz anforderte. Dazu musste ich zum nächsten Hotel und mich da in den Businessraum verziehen. Mein Name auf den Hotel-buchungen fehlte eben auch noch. Innerhalb einer Stunde habe ich alles wieder neu mit meinem Namen ausgedruckt, die Route irgendwie abgekürzt und alles weitere Wunschge-mäss ausgefüllt, das heisst, so wie es mit meiner Version über-einstimmt. Kurz vor Schalterschluss habe ich die Dokumente der Dame wieder ausgehändigt.

FF: Hast Du hier das Visum erhalten?

DB: Ich musste erst noch einen Tag warten, so schnell sind sie auch wieder nicht. Doch wenn ich schon mal hier bin wollte ich auch etwas von der Stadt sehen, also bin ich einmal los-gewandert. Macau hat ein portugiesisches Erbe, also trifft man hier viele portugiesische Bauten, wie Kirchen, Festung und Plätze an. Das war aber schon eine Weile her, also lottert alles vor sich hin und davor stehen grosse fette Autos als Statussymbol herum, ein schöner Widerspruch. Kurz vor Weihnachten wurden die bekanntesten Plätze mit Leucht-schlangen überladen, alles leuchtete und blinkte in allen Farben um die Wette.

FF: Mach es nicht spannend, hast Du nun das Visum erhalten?