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064 Australien 8 / Australia 8

Australien 8

(12. Dezember 2018 – 6. Januar 2019)

(geschrieben von Flinke Feder vom 12. Dezember 2018 bis 12.Januar 2019, redigiert vom grün gefiederten Papageienvogel; dem Ara)

(Die Red.) Die aussergewöhnliche Solatrike Reise umrundet die Eyre Halbinsel in Südaustralien und fährt mit letzter Kraft nach Adelaide. In dieser Ausgabe des Reisemagazins „Leise Reisen„, erfahren unsere geschätzten Leser alle Hintergründe vom Abschnitt von Ceduna nach Adelaide.

Australia 8

(December 12. 2018 – January 6. 2019)

(Written by Power Pen from December 12. 2018 until January 12.2019 edited of the Green-feathered Parrot Bird Macaw)

(Editorial) The extraordinary Solatrike journey circles the Eyre Peninsula in South Australia and takes you to Adelaide at last strength. In this issue of the travel magazine „Gravel travel“, our esteemed readers learn all about the background of the section from Ceduna to Adelaide.


Panorama mit Wald und Meer
Aussicht vom Mt.Remarkable N.P. / View from the Mt.Remarkable N.P.

Weiterhin schlechtes Wetter

Flinke Feder (FF): Wie lange hast Du in Ceduna Pause ge-macht?

David Brandenberger (DB): Erst wollte ich nur zwei Tage blei-ben, doch es wurden drei Tage daraus. Ich brauchte nach so vielen Tagen Fahrt eine längere Pause. Dabei konnte ich den letzten Blog abtippen, aber noch nicht veröffentlichen, da ich kein Internet-Zugang hatte. Am ersten Tag nahm ich am Strand eine neue Version vom Song «Honeymoon» auf und wollte am nächsten Tag noch den Solopart aufnehmen, doch es windete so stark, dass es beim wollen blieb. Das windige Wetter war auch der Grund warum ich noch einen weiteren Tag pausierte.

FF: Das Wetter wurde aber nicht besser.

DB: Nö, das blieb bedeckt wie immer hier. Grund war ein Cyclone in Queensland. Das ist zwar weit weg, aber die Auswirkungen spürten wir bis nach Südaustralien. Darum schlotterte ich über die Strasse bei 17°C anstelle der üblichen 42°C. Ich packte gerade das Zelt ein im Wind, als ich Dean wieder traf. Er hat mir in Quinninup geholfen den Anhänger zurück zu drehen, als der Wind ihn mir dort umblies. Der Wind blieb seit damals bestehen. Die Landschaft auf der Eyre Halb-insel besteht dafür aus vielen Feldern und nach zwei Tagen mit windigem bedecktem Wetter landete ich in Streaky Bay wo ich im Camping einen Platz mit Strom buchen musste. Netterweise wurde mir nur einen ohne Strom verrechnet.

FF: Du bist seit Tagen unausstehlich.

DB: Das anhaltende schlechte Wetter schlägt mir aufs Gemüt und so macht es keinen Spass. Also plante ich die schleichen-de Wolkendecke per Zeitraffer festzuhalten und wählte die Murphy’s Haystacks (Heuhaufen von Murphy) als Vorder-grund. Das sind pinke Granitgebilde, die vom Wind und Wetter geformt wurden. Überraschenderweise löste ein Zwischenhoch alle Wolken auf und plötzlich war strahlend schönes Wetter. Dies feierte ich gleich mit einer Skizze von den Granitblöcken und fuhr danach fröhlich weiter zum nächsten Campingplatz.

FF: Fuhrst Du weiterhin fröhlich durch die Gegend?

31'000 km im Coffin Bay N.P.

DB: Jedenfalls am nächsten Tag, obwohl es erst schon wieder nach Regen aussah. Nach einer Stunde Fahrt versteckte ich meinen Anhänger hinter den Bäumen und rumpelte nur mit dem Trike die holprige Strasse hinunter zur Woolshed Cave (Wollenhütte Höhle) welche durch die Wellen aus dem Ge-stein gewaschen wurde. Etwas weiter ist «The Tube» (Die Badewanne) Das war im Prinzip auch eine Höhle, nur ist hier die Decke eingestürzt. Nun ist ein riesiges Loch an der Küste entstanden. Am Nachmittag fuhr ich weiter durch die gelben Felder mit den grünen Bäumen drin – keine spannende Land-schaft. Nur zwischendurch hatte ich einen Ausblick auf den Newland See.

FF: Gibt es in Australien nur einen Wind, der von Osten kommt?

DB: Das Gefühl habe ich jedenfalls, darum fahre ich ostwärts. Es kommt momentan alles zusammen: starker Gegenwind, starke Bewölkung, ständiges aufwärtsfahren über 1000 Hügel, die Batterie ist wohl nach drei Jahren am Arsch – und ich somit auch. Nur 70km fahren und die Batterie ist schon leer – ich glaube da brauche ich eine Neue.

FF: Trotzdem bist Du solange gefahren, bis die Batterie fast leer war und Regen war angesagt. War das kein Risiko?

DB: Vielleicht schon und ich war glücklich, dass die Wetter-vorhersage wieder einmal falsch lag. Am Morgen schien die Sonne und ich konnte Energie laden. Die Zeit nutzte ich, um einen passenden Vordergrund zur Skizze hinzuzufügen. Danach konnte ich endlich mal wieder bei schönem Wetter fahren, doch die vielen Hügel tun der Batterie nicht gut und trotz mehrmaligem nachladen war es beim letzten Hügel wieder sehr knapp mit der Stromversorgung.

FF: Ist endlich das schöne Wetter zurückgekehrt?

DB: Im Gegenteil, es wechselt jeden Tag. Also machte ich einen Tagesausflug in den Coffin Bay N.P. bei bedecktem und windigem Wetter – Gegenwind beim Hinfahren und Gegenwind beim Zurückfahren! Gleich beim Eingang habe ich noch die 31'000 Kilometer gefüllt. Da ich nur mit dem Trike unterwegs war, versuchte ich ohne Motorunterstützung zu fahren, um die Batterie zu schonen. Doch die Strasse führte über unzählige steile Hügel und ich musste doch die Hilfe in Anspruch nehmen. Es sind ein paar schöne Ausblicke über die Klippen und zu vorgelagerten Inseln, aber leider sah ich keine Tiere. Um mich von den Strapazen zu erholen, legte ich gleich noch einen Pausetag ein und wanderte in den Kellidie Bay Conservation Park, gleich neben dem Zeltplatz und konnte dort ein paar Kängurus, Schmetterlinge und Blumen fotografieren.

FF: Hüpfen denn nachts nicht schon genug Kängurus um das Zelt herum?

Weihnachten in Port Lincoln

DB: Die kann ich aber nicht fotografieren und zum Glück ist noch nie eines in mein Zelt hinein gehüpft.

FF: Weshalb hast Du gleich nochmals ein paar Tage Pause gemacht?

DB: Nach einer relativ kurzen Fahrt von 48 km, habe ich mich in Port Lincoln in der Jugendherberge eingenistet…

FF: …und bist mit dem Weissen Hai und den Seelöwen geschwommen, die Dünen hinunter gesurft und Skydiven gegangen?

DB: Nix von alledem. Ich hatte noch einiges an Arbeit zu er-ledigen. Den letzten Blog habe ich fertig gestellt und dazu noch das Video gebastelt. Es hat einige Zeit in Anspruch ge-nommen, aber die anderen Aktivitäten hätte ich sowieso nicht gemacht.

FF: Wieso bist Du eigentlich nach Port Lincoln herunter-gefahren? Wolltest Du nicht die Abkürzung von Elliston über Lock nach Cowell fahren?

DB: Pläne sind da, um geändert zu werden. Trotz schlechten Wetters, war ich immer noch gut in der Zeit und darum habe ich mich für den Umweg entschieden. Port Lincoln und die Jugendherberge kamen gerade recht, um den Blog zu veröffentlichen.

FF: Es war auch gleich Weihnachten, war da was Spezielles?

DB: Eher ungewöhnlich in der Hitze ohne Schnee Weihnach-ten zu feiern. Am Weihnachtstag bin ich auch wieder weiter-gefahren.

FF: Man sieht Dich plötzlich mit offenem Bart.

DB: Das hatte ich nur 3 Tage von Weihnachten an, um als Weihnachtsmann durch die Gegend zu düsen. Beim Fahren stört er nicht nur danach beim Zelt aufstellen und so, darum trage ich wieder Zopf. So schwimmt er nicht immer in der Suppe mit.

FF: Hast Du nun Rückenwind beim Fahren?

Heisses Wetter